Tech-Bewerbung Schweiz: So bewirbst du dich bei Google Zürich, ABB und Startups
Der Schweizer Tech-Markt ist dreigeteilt: Big Tech in Zürich, Industrie- Engineering bei ABB und Siemens, und eine wachsende Startup-Szene in Zug, Zürich und Basel. Jedes Segment hat eigene Erwartungen: an CV, GitHub, Sprache und Ton.
Big Tech Zürich: Google, Microsoft, Meta
Googles Büro am Hürlimann-Areal ist eines der grössten Engineering-Hubs ausserhalb der USA. Microsoft und Meta sind ebenfalls stark präsent. Was sie verbindet: der Einstellungsprozess läuft nach globalen Standards, auf Englisch, mit mehreren Coding-Interviews.
CV-Erwartungen bei Big Tech
- Englisch, One-Pager: Google erwartet eine Seite, klar strukturiert, ohne Foto. Kein Schweizer Briefkopf-Format.
- Impact-Zahlen: «Reduced API latency by 40 %» schlägt «responsible for API optimization» jedes Mal.
- Tech-Stack explizit: Python, Go, Kotlin, Kubernetes, konkret und vollständig.
- GitHub-Link: Pflicht. Recruiter schauen rein. Leere oder inaktive Profile schaden mehr als kein Link.
ABB, Siemens, Hitachi Energy: Industrie-Engineering
ABB in Baden, Siemens in Zug, Hitachi Energy in Zürich: das sind die grossen Industrie-Arbeitgeber der Schweiz. Die Prozesse sind formeller als Big Tech, stärker an Diplomen orientiert und teilweise noch mit Bewerbungsmappe-Logik geprägt.
Was hier zählt
- Abschlüsse prominent: ETH, EPFL, TU-Abschlüsse werden explizit gewichtet. FH-Abschlüsse in Elektrotechnik, Maschinenbau oder ICT sind voll anerkannt.
- Zertifizierungen: ISO-Normen, IEC-Standards, Functional Safety (IEC 61508), PMP: diese Kürzel müssen rein.
- DE oder EN: Bei ABB Baden DE bevorzugt, bei internationalen Rollen EN. Im Zweifel beide Versionen vorbereiten.
- Motivationsschreiben: Wird erwartet und gelesen, anders als bei Startups. Ton: sachlich, kompetent, kein Übertreiben.
«Mit meiner Erfahrung in der Entwicklung von Niederspannungsschaltanlagen und vertieften Kenntnissen in IEC 61439 möchte ich zur weiteren Automatisierung der Produktion bei ABB beitragen.»
Schweizer Startup-Szene: Zürich, Zug, Basel
Die Schweiz hat eine der dichtesten Startup-Landschaften Europas gemessen am BIP. Zürich (Fintech, Deeptech), Zug (Crypto/Web3, Biotech) und Basel (Life Sciences Spinoffs) sind die drei Hauptcluster.
CV-Ton bei Startups
Startup-Recruiter, oft der CEO oder CTO persönlich, wollen keine Bürokratie-Bewerbung. Was überzeug:
- Kurz und spezifisch: Eine Seite, klarer Pitch, was du gebaut hast und warum es hier passt.
- GitHub / Portfolio: Bei Entwickler-Rollen fast wichtiger als der formale Abschluss.
- Warum dieses Startup: «Ich habe euer Produkt genutzt und sehe drei konkrete Verbesserungen» schlägt jedes Standard- Motivationsschreiben.
- Sprache: Oft EN, auch wenn das Team gemischt ist. Zürich-Startups sind international, Zug noch mehr.
GitHub-Portfolio: konkret und aktuell
Ein leeres oder veraltetes GitHub-Profil schadet bei Tech-Bewerbungen aktiv. Was zählt:
- Mindestens 2 bis 3 öffentliche Repos mit README und echtem Code
- Commit-Aktivität der letzten sechs Monate sichtbar
- Pinned Repos zeigen deine stärksten Projekte
- Open-Source-Beiträge, auch kleine PRs, signalisieren Teamfähigkeit
Sprache: Wann EN, wann DE?
Faustregel für Tech in der Schweiz:
- Big Tech (Google, Microsoft): immer EN
- Industrie (ABB, Siemens), Deutschschweiz: DE bevorzugt, EN für internationale Rollen
- Startups Zürich/Zug: meistens EN, manchmal DE für lokale Teams
- Startups Basel: EN + ggf. DE oder FR je nach Team