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Tech-Bewerbung Schweiz: So bewirbst du dich bei Google Zürich, ABB und Startups

9 Min. Lesezeit

Der Schweizer Tech-Markt ist dreigeteilt: Big Tech in Zürich, Industrie- Engineering bei ABB und Siemens, und eine wachsende Startup-Szene in Zug, Zürich und Basel. Jedes Segment hat eigene Erwartungen: an CV, GitHub, Sprache und Ton.

Big Tech Zürich: Google, Microsoft, Meta

Googles Büro am Hürlimann-Areal ist eines der grössten Engineering-Hubs ausserhalb der USA. Microsoft und Meta sind ebenfalls stark präsent. Was sie verbindet: der Einstellungsprozess läuft nach globalen Standards, auf Englisch, mit mehreren Coding-Interviews.

CV-Erwartungen bei Big Tech

  • Englisch, One-Pager: Google erwartet eine Seite, klar strukturiert, ohne Foto. Kein Schweizer Briefkopf-Format.
  • Impact-Zahlen: «Reduced API latency by 40 %» schlägt «responsible for API optimization» jedes Mal.
  • Tech-Stack explizit: Python, Go, Kotlin, Kubernetes, konkret und vollständig.
  • GitHub-Link: Pflicht. Recruiter schauen rein. Leere oder inaktive Profile schaden mehr als kein Link.

ABB, Siemens, Hitachi Energy: Industrie-Engineering

ABB in Baden, Siemens in Zug, Hitachi Energy in Zürich: das sind die grossen Industrie-Arbeitgeber der Schweiz. Die Prozesse sind formeller als Big Tech, stärker an Diplomen orientiert und teilweise noch mit Bewerbungsmappe-Logik geprägt.

Was hier zählt

  • Abschlüsse prominent: ETH, EPFL, TU-Abschlüsse werden explizit gewichtet. FH-Abschlüsse in Elektrotechnik, Maschinenbau oder ICT sind voll anerkannt.
  • Zertifizierungen: ISO-Normen, IEC-Standards, Functional Safety (IEC 61508), PMP: diese Kürzel müssen rein.
  • DE oder EN: Bei ABB Baden DE bevorzugt, bei internationalen Rollen EN. Im Zweifel beide Versionen vorbereiten.
  • Motivationsschreiben: Wird erwartet und gelesen, anders als bei Startups. Ton: sachlich, kompetent, kein Übertreiben.
«Mit meiner Erfahrung in der Entwicklung von Niederspannungsschaltanlagen und vertieften Kenntnissen in IEC 61439 möchte ich zur weiteren Automatisierung der Produktion bei ABB beitragen.»
Bewerbung bei Industrie-Firma, typischer Einstieg

Schweizer Startup-Szene: Zürich, Zug, Basel

Die Schweiz hat eine der dichtesten Startup-Landschaften Europas gemessen am BIP. Zürich (Fintech, Deeptech), Zug (Crypto/Web3, Biotech) und Basel (Life Sciences Spinoffs) sind die drei Hauptcluster.

CV-Ton bei Startups

Startup-Recruiter, oft der CEO oder CTO persönlich, wollen keine Bürokratie-Bewerbung. Was überzeug:

  • Kurz und spezifisch: Eine Seite, klarer Pitch, was du gebaut hast und warum es hier passt.
  • GitHub / Portfolio: Bei Entwickler-Rollen fast wichtiger als der formale Abschluss.
  • Warum dieses Startup: «Ich habe euer Produkt genutzt und sehe drei konkrete Verbesserungen» schlägt jedes Standard- Motivationsschreiben.
  • Sprache: Oft EN, auch wenn das Team gemischt ist. Zürich-Startups sind international, Zug noch mehr.

GitHub-Portfolio: konkret und aktuell

Ein leeres oder veraltetes GitHub-Profil schadet bei Tech-Bewerbungen aktiv. Was zählt:

  • Mindestens 2 bis 3 öffentliche Repos mit README und echtem Code
  • Commit-Aktivität der letzten sechs Monate sichtbar
  • Pinned Repos zeigen deine stärksten Projekte
  • Open-Source-Beiträge, auch kleine PRs, signalisieren Teamfähigkeit

Sprache: Wann EN, wann DE?

Faustregel für Tech in der Schweiz:

  • Big Tech (Google, Microsoft): immer EN
  • Industrie (ABB, Siemens), Deutschschweiz: DE bevorzugt, EN für internationale Rollen
  • Startups Zürich/Zug: meistens EN, manchmal DE für lokale Teams
  • Startups Basel: EN + ggf. DE oder FR je nach Team
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Verfasst von Reto Fischer, HRIT.ch GmbH.

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