Lohnverhandlung in der Schweiz: Zahlen, Timing, Sätze
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Schweizer:innen reden ungern über Geld und verschenken damit jährlich Tausende. Dabei ist Lohnverhandlung kein Pokerspiel, sondern Vorbereitung. Hier die Datenquellen, das Timing und die Sätze, die funktionieren, ohne dass du wie ein Fordernder wirkst.
Schritt 1: Den Marktwert kennen
Bevor du verhandelst, musst du wissen, was deine Rolle in deiner Region wert ist. Verlässliche Schweizer Quellen:
Lohnrechner des Bundes (salarium, BFS): nach Branche, Region, Alter, Ausbildung
lohncheck.ch: Crowdsourced, gut für Vergleichswerte
jobs.ch Lohnvergleich: aus echten Inseraten abgeleitet
Branchenverbände: viele publizieren Lohnempfehlungen
Schritt 2: Das richtige Timing
Bei Neueinstellung: erst wenn das Angebot mündlich auf dem Tisch liegt, nie im ersten Gespräch
Im Job: nach einem sichtbaren Erfolg, vor dem Budgetierungs-Zyklus (oft Q3/Q4)
Nie: direkt nach einer Firmen-Hiobsbotschaft oder im Stress-Moment des Chefs
Schritt 3: Die Spanne, nicht die Zahl
Nenne nie eine einzelne Zahl. Nenne eine Spanne, deren unteres Ende dein eigentliches Ziel ist. «Basierend auf meiner Erfahrung und den Marktdaten sehe ich mich bei 110 bis 120 Tausend.»
Sätze, die funktionieren
«Ich freue mich sehr über das Angebot. Basierend auf meiner Erfahrung in X und den aktuellen Marktdaten für diese Rolle in der Region Zürich hatte ich mir eine Bandbreite von CHF 115'000 bis 125'000 vorgestellt. Wie sehen Sie das?»
Bei Neueinstellung
«In den letzten zwölf Monaten habe ich [konkreter Erfolg mit Zahl] geliefert. Ich würde gerne besprechen, wie sich das in meiner Vergütung widerspiegeln kann.»
Bei Gehaltserhöhung
Nicht nur der Grundlohn
Wenn beim Grundlohn kein Spielraum ist, verhandle den Rest:
13./14. Monatslohn
Bonus-Struktur und -Garantie im ersten Jahr
Weiterbildungs-Budget (CHF 3'000 bis 10'000 üblich)